1932: Berner Schicksalsjahr

Neue Dimension des Konkurrenzkampfes

Die Saison 1931/32 ist die Schicksalssaison des FC Bern. Der Konkurrenzkampf unter den Schweizer Klubs wurde aufgrund neuer Bestimmungen hemmungslos geführt: Spieler wurden gekauft und verkauft, um angeblich das Spielniveau zu heben und wieder mehr Zuschauer zu mobilisieren. Beides traf kaum ein, stattdessen verschlimmerten sich die Zustände, hervorgerufen durch eine nicht gekannte Finanzakrobatik. Viele Ausländer und auch Schweizer nutzten diese für sie günstige Konjunktur aus und liessen sich für minime Arbeitsleistungen übermässig bezahlen. Unter diesen Umständen verringerte sich der Bestand an Spielern beim FC Bern so sehr, dass die Verantwortlichen sofort nach neuen Akteuren Umschau halten mussten, um gegenüber der verstärkten Konkurrenz mithalten zu können. Ungewollt wurde der FC Bern in den ungesunden Strudel der damaligen Verhältnisse mitgerissen.

Erstmaliger Abstieg des Traditionsklubs

Zu dieser Zeit wurden im Verein übermenschliche Leistungen vollbracht, um gegen den Abstieg anzukämpfen. Zu allem Übel kam hinzu, dass das Matchtableau zu Ungunsten des FC Bern ausgelegt war. Das Torverhältnis der 1. Mannschaft betrug am Ende der Saison 28:43. Die Anstrengungen der Spiel- und Finanzierungskommission verliefen letzten Endes negativ: Der FC Bern musste sich der Macht beugen und stieg erstmals ab. Ein bitterer Moment in der Vereinsgeschichte. Mit dem FC Bern musste auch der FC St. Gallen, der älteste Schweizer Fussballverein, in den sauren Apfel beissen.

Der Trost des Henri Guisan

Im Kluborgan 5/1932 finden wir einen Artikel vom damaligen Oberstdivisionär Henri Guisan, dem späteren General der Schweizer Armee im 2. Weltkrieg. Er griff das Thema „Amateure-Professionelle“ auf. Bereits die ersten Zeilen werden die damals Missgestimmten getröstet haben:

Amateure-Professionelle: zwischen beiden Fragen habe ich rasch entschieden. Ich wünsche den ersteren, d.h. den Amateuren, den Sport für den Sport, den Sport für die Gesundheit und für das Vergnügen, das er uns bietet, und nicht für den Geldgewinn. (Oberstdivisionär Henri Guisan, 1932)