1954-1965: Im Sog der Abwärtsspirale

FC Bern auf unruhigen Gewässern

Ab 1954 sah sich der FC Bern mit grossen internen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Das Vereinsschiff geriet in dieser unruhigen Phase öfters in bedrohlicher Schräglage. Zum 60-Jahr-Jubiläum stiegen die Bärner 1954, im Jahr der Fussball-Weltmeisterschaft in der Schweiz, wieder in die NLB ab. Die unerwartete Niederlage in der letzten Partie gegen den Mitabsteiger FC Biel besiegelte die Relegation. Die 1. Mannschaft tat sich in der Folge äusserst schwer. Die Abwärtsspirale begann schneller zu drehen als dem FCB wohl war. Im ersten NLB-Jahr wurden die Rot-Schwarzen regelrecht durchgereicht und retteten den Ligaerhalt in der NLB erst im Abstiegsspiel in Luzern gegen Locarno dank eines knappen 2:1 Erfolgs. Auch zwei Jahre später stand der FC Bern am Rande des Abstiegs in die 1. Liga. Diesmal retteten sich die Bärner im Entscheidungsspiel gegen den FC St.Gallen.

1958 bis 1964 – im Mittelfeld der NLB

Unter dem Motto „Aufbauen und vorwärtsstreben“ entwickelte sich unser FC Bern in der Folge zu einem stabilen NLB-Klub. Ebenso stabil zeigte sich der Stadtrivale YB in diesen Jahren – bloss eine Liga höher. Während der FCB im Frühjahr 1960 eine weitere Saison im grauen Mittelfeld der NLB abschloss, sicherten sich die Young Boys den vierten aufeinander folgenden (insgesamt zehnten) Meistertitel. Die 2. Mannschaft des FC Bern wurde im selben Jahr in der 3. Liga Gruppensieger, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen zur 2. Liga deutlich.

1963/64 – eine turbulente Saison mit versöhnlichem Ende

In der zehnten nacheinander folgenden NLB-Saison sah es im Oktober 1963 sehr schlecht aus, lag der FC Bern doch nach sieben Spielen mit bloss drei Punkten am Tabellenende. „So schlecht stand es um den FC Bern noch nie!“, „Rote Laterne, besser jetzt als zuletzt,“ hiess es nach einer Zwischenbilanz. Nach der Vorrunde lag der FCB mit nur zwei Punkten mehr auf dem Konto immer noch im letzten Rang. Unstimmigkeiten innerhalb des Vorstandes, laute (aber oft versteckte) Kritik von anderen Klubmitgliedern, häufige Wechsel in der Vereinsführung sowie der Trainerposten verhinderten während diesen zehn Jahren NLB einen ruhigen Neuaufbau und eine kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft. Nach der völlig missglückten Vorrunde 63/64 wurde der gesamte Vorstand, inklusive Trainer, ausgewechselt. Auf Vorschlag des früheren FCB-Aktivspielers und Mitglieds des Nationalliga-Komitees Willy Wittenbach wurde vorübergehend eine vierköpfige Spezialkommission mit Heinz Gerber, Paul Stotzer, Otto Geissbühler und Albert J. Müller gegründet. Prompt schaffte die Mannschaft zum 70. Vereinsjahr die Ligazugehörigkeit. Im letzten Meisterschaftsspiel der Saison gegen Moutier siegten die Bärner mit 3:1 und retteten sich mit 21 Punkten aus eigener Kraft vor dem Abstieg.

1965 – Abstieg in die 1. Liga

Was in der Saison 1963/64 noch verhindert werden konnte, traf ein Jahr später ein: Der FC Bern stieg 1965 in die 1. Liga ab. Dabei half auch die erstmalige Anstellung eines hauptberuflichen Trainers, Hamid Zouba, nichts. Zu allem Übel stieg auch die 2. Mannschaft in die 4. Liga ab. Ein grosser Aderlass im Vorstand und im Kader der 1. Mannschaft sowie ein beachtliches finanzielles Defizit waren die Folgen.