1979-1983: Der FC Bern in finanziellen Nöten

Sportlich im Mittelfeld – finanziell im Abseits

Gleich nach Amtsantritt in der Saison 1979/80 stellte der neue Präsident Jürg Steiger fest, dass die Vereinsstruktur renoviert werden musste. Die Führung des FC Bern sollte endlich an Professionalität gewinnen. Zunächst ohne Erfolg: Die meist spärlich besetzten Zuschauerränge auf dem Neufeld und die finanziellen Nöte blieben dem Verein weiterhin erhalten. Sportlich durfte der FCB zufrieden sein: 1980 und 1981 beendete Peters‘ Mannschaft die Saison im 6. Rang. Doch 1981 trat Präsident Steiger entmutigt zurück: Nach anfänglichen kleinen Erfolgen in der Neustrukturierung blieben die finanziellen Sorgen auf dem Tisch.

Leere Kassen und Verweigerung der Lizenz

Die 1. Mannschaft verblieb zwar weiterhin in der NLB, der Verein steuerte jedoch dem finanziellen Kollaps entgegen. Bis im Oktober 1982 erschien auch das Cluborgan nicht mehr. Die Kassen des Klubs waren leer. Die negativen Schlagzeilen in den Tageszeitungen zeugten von der misslichen Lage des Vereins. Für die Saison 1982/83 wurde dem FC Bern als einzigem Klub der Schweiz vom NL-Komitee die definitive Lizenz verweigert. Sportlich zog diese kritische Situation Konsequenzen mit sich: Spesen, Punkteprämien und andere Gelder konnten nicht mehr ausbezahlt werden, worauf viele Spieler der 1. Mannschaft den Verein verliessen. Zum Leidwesen von Trainer Peters unterschrieb auch Christian Mezger bei Vevey. „Gerade er hatte sich im letzten Jahr zu einer echten Spielerpersönlichkeit entwickelt und durch seine Einstellung und seinem grossen kämpferischen Einsatz der Mannschaft enorm viel gebracht,“ bedauerte Peters Mezgers Abgang. Einige der übrig gebliebenen Akteure drohten gar mit einem Trainingsboykott, sollte mit dem Vorstand nicht in Kürze eine finanzielle Einigung erzielt werden.

Der Kampf gegen den Pleitegeier

1982 berichtete der neue Präsident Schüpbach, dass sich die Gruppe „aufrechter Bärner,“ die den finanziellen Kollaps zu verhindern versuchte, auf ein Grüppchen geschrumpft sei. Die Tageszeitungen sorgten sich ebenfalls um die prekäre Verschuldung des Traditionsklubs. Der „Blick“ etwa fragte sich, ob die NLB-Rückrunde nur noch mit 15 Teams stattfinden werde und titelte in gewohnt grossen Lettern: „FC Bern vor der Auflösung!“ Mit grosser Anstrengung gelang es dem Vorstand, tröpfchenweise Geld zu sammeln. Ein selbstverfasstes Gedicht vom Technischen Leiter der Junioren-Kommission, Walter Krebs, schien sich langsam aber sicher zu verwirklichen:

Auch wenn der Pleitegeier schwebt, der FC Bern nicht untergeht. Er möchte gern den FC greifen, man hört es von den Dächern pfeifen. Zum Sturzflug hat er angesetzt, er wird von draussen noch gehetzt. Statt hetzen, helft ihn zu vertreiben, er soll den FC Bern doch meiden. Strömt ins Neufeld zum nächsten Match, dann hat der Geier keinen Platz. Gemeinsam rufen wir ihm zu, lass doch den FC Bern in Ruh. (Walter Krebs, 1982)

Für einen unerwarteten Schlag gegen den Pleitegeier sorgte dann die 1. Mannschaft. Im Achtelfinal des Schweizer Cups empfing der FC Bern den FC Servette. 6’600 zahlende Fans pilgerten ins Neufeld, was dem Klub Einnahmen von 20’500 Franken einbrachte.

1983: Der logische Abstieg

Leider ging nicht nur die Cup-Partie gegen Servette verloren, sondern auch die Meisterschaft 1982/83. Der FC Bern klassierte sich im 14. Rang und stieg am Ende einer unrühmlichen Saison wieder in die 1. Liga ab. Darob mochte aber diesmal niemand so richtig traurig sein, wäre eine weitere NLB-Saison doch kaum zu finanzieren gewesen.